Guten Tag, hier ist Block A
Also, in der Tat – diese Sache mit den „Blöcken“ klingt ja schon ein bisschen martialisch.
In meinem Kopf sammeln sich angesichts der Einteilung unseres idyllischen, kleinen Campingplatzes in alphabetisch sortierte Zonen immer ein bisschen die Truppen. Nichtsdestotrotz liegt die friedliche Koexistenz allen Campern von Block A bis E am Herzen. Ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen will, kann ich tatsächlich nur vermuten. Daher beginne ich jetzt einfach mal mit ein paar Fakten:
Unser Campingplatz ist eine feine Sache. Das Leben ist gut. Uns alle verbindet die Sehnsucht nach einem schattigen Plätzchen im Grünen und einer intakten Beziehung zu unserem Planeten.
Eines scheint im Mölle Süd Camp echt bemerkenswert zu sein, denn bisher ist mir kein Insta- oder Facebook-Beitrag begegnet, der nicht davon spricht: Hier singen wirklich die Vögel. Und zwar immer! Du ahnst als in normalem Umfang verstrahlter Großstädter nicht, wie viele von diesen Zwitscherheimern es geben muss, um so eine Soundkulisse zu kreieren. Bis du es selbst erlebst.
Unter anderem wohnt hier offenbar ein Vogel, der Zilpzalp heißt. Das hat mir mein Mann, und dem wiederum seine Vogelstimmen-App, verraten. Also jetzt mal unter uns Freizeit-Ornithologen – kann man als Vogel so heißen und erwarten, mit diesem Namen von seinen gefiederten Kumpels im Baum wirklich ernst genommen zu werden? Das arme Tier. Aber niedlich ist er, der kleine Racker. Und er singt wirklich sehr – öhm, vogelesk. Wenn er noch ein bisschen übt, kriegt er sicher bald einen Job in der – Achtung, Wortspiel – Waldbühne.
Was gibt’s sonst noch Interessantes?
Durch den aufopfernden Einsatz unserer kampferprobten Zaunkönige Andy, Hans, Mirko und Dag haben wir jetzt eine eindrucksvolle Befestigungsanlage auf der Grenzlinie unseres Blocks zum benachbarten Unterholz. (Notiz an mich selbst: Militär-Metaphern beim nächsten Mal eher dosiert einsetzen…)
Gute Arbeit – vielen Dank, Jungs! Ich fühle mich jetzt nicht nur angemessen eingehegt, sondern auch extrem sicher vor Mäusen und Waschbären.
Letztere sind tatsächlich die Einzigen hier auf dem Platz, denen ich nicht mal so weit über den Weg traue, wie ich sie schmeißen kann. Abends an der Feuertonne erzählen die älteren Camper sich noch heute Geschichten von den übergriffigen, kleinen Biestern, die sich als niedliche Kuscheltiere verkleiden und sich unter fadenscheinigen Erklärungen Zutritt zu deinem Vorzelt verschaffen: „Isst du das Toastbrot da noch?“ oder „Die Rinderhälfte in deinem Kühlschrank reicht doch für uns alle, oder?“ Freunde, diese Rechnung habt ihr ohne mich gemacht! Bei uns wird der Kühlschrank von mir jeden Abend mit einem mächtigen Vorhängeschloss versehen. Da ich gern auch mal etwas früher zu Bett gehe, führt das manchmal dazu, dass mein Mann vorzeitig von seinen Biervorräten abgeschnitten wird – wofür er dann beim abendlichen „Gesang“ mit den Kumpels immer ein wenig Spott und Häme über sich ergehen lassen muss. Allerdings wird ihm in solchen Momenten regelmäßig aus der Patsche geholfen – mit einer Mitleidspilsette aus der nachbarschaftlichen Kältekammer. Als Camper hilft man sich schließlich gegenseitig!
So, für heute war es genug Gossip von uns. Habt bitte eine friedliche Woche.
Eure Katja aus Block A

8 Antworten
Super dargestellt unser gemeinsames Leben im Wald, man bekommt Lust auf weitere Beiträge. Liebe Grüße
Hallöchen, Petra – danke dir. Ich hoffe, die Zeltstelle am Spielplatz ist ganz bald wieder vollständig besetzt. Alles Liebe und bis nächste Woche!
Super toll geschrieben. Gerne mehr aus deiner Kolumne.
Hallo Uschi, viele liebe Grüße und danke dir sehr. Unser Platz bietet sicherlich noch viele Gelegenheiten für nette, kleine Sachgeschichten aus unserem Camper-Leben. Den neuesten Gossip bitte ab jetzt immer zu mir! 😉
Schön, dass ich nicht der Einzige bin, der sich hier über die Vogelvielfalt freut. Meine Stars im Block E Bunt-, Grün- und Schwarz Specht.
Danke für deinen Beitrag, ja der Waschbär ist bei uns ach schon vorbei marschiert.
Naja, wir sind eben in der Natur.
Liebe Grüße Torsten und Natty
Hallo Torsten & Natty, so lange er friedlich vor dem Zelteingang stehen bleibt, darf er gern auch mal hallo sagen. Aber Finger weg vom Toastbrot, Freundchen! 😀
Liebe Grüße
Hey Holger, dazu fällt mir direkt mein Lieblingsgedicht ein:
Fällt ganz grün vom Baum der Specht,
war das letzte Bier wohl schlecht!
Liebe Grüße und eine schöne Woche für dich 😉